Premiere am 22. Juli 2010 - 21.15 Uhr, Seebühne
Spielzeit bis 22. August 2010
Verdis Wüstenoper auch im Sommer 2010 wieder auf dem Wasser: Spektakuläre Aida ein weiteres Mal am und im Bodensee zu erleben
Regisseur Graham Vick und Bühnenbildner Paul Brown haben Verdis monumentale Wüstenoper Aida am Bodensee im Sommer 2009 kurzerhand ins Wasser versetzt und mit ihrer eigenwilligen Interpretation Besucher und Kritiker begeistert. Aida ist auch im Sommer 2010 wieder am Bodensee zu sehen, Premiere ist am 22. Juli 2010.
Vick und Brown war es ein großes Anliegen, den Bodensee für Aida nicht nur als grandiose Kulisse, sondern als integralen Bestandteil der Inszenierung zu nutzen: Schließlich liegt und lebt Ägypten seit Jahrtausenden am Nil. Sie erschufen Schiffe und Plattformen, Bühnenteile, die sich aus dem Wasser erheben, Auftrittsorte für Sänger, Choristen und Statisten, die nicht nur am, sondern stellenweise auch im Wasser liegen.
Die aus Teilen einer zerborstenen Statue bestehende Bühne am Bodensee wird mittels zweier riesiger Kräne allabendlich vor den Augen des Publikums zusammengesetzt – was im Sommer 2009 nicht nur knapp 200.000 Besucher, sondern auch die Kritiker begeisterte: „Man fragt nicht, man staunt, und wird von der Wucht der live und gigantoman sich zusammensetzenden Opernbilder bezaubert und überwältigt“, hieß es etwa in der Zeitung „Die Welt“.
Verdi hatte Aida von Anfang an als eine Oper der Superlative konzipiert, die alle Elemente dieser Gattung perfekt in sich vereint: Prunkvolle Chorszenen und mitreißende Marschrhythmen, lyrische Naturschilderungen, prächtige Arien und romantische Duette stehen harmonisch nebeneinander, in ihrer Wirkung noch vertieft durch das exotische Kolorit der Musik. Der bekannte Triumphmarsch mit seinen schmetternden Fanfaren und prächtigen Chören markiert musikalisch wie szenisch einen der Höhepunkte der „Großen Italienischen Oper“.
Lebendig eingemauert als Strafe für ihre Liebe und seinen Verrat – so enden die schöne Aida und der stolze Radames. Ein Tod, wie er erbarmungsloser nicht sein könnte, und doch ein Ende erfüllt von Klängen, die das grausame Schicksal, das die beiden erwartet, nicht ahnen lassen. Denn genau in diesem Moment erhebt sich der Schlussgesang „O terra addio, addio valle di pianti“ – „Leb wohl, o Erde, o du Tal der Tränen“ – so zart, so rein, so lichterfüllt und strahlend, als könne nichts und niemand dieser Liebe etwas anhaben. Der gemeinsame Tod trägt Aida und Radames hinfort, ein letztes Mal vereint in ewiger Umarmung.
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